Offen für Ideen.

Offen im Denken […] Ein Markenversprechen, das für alle Zielgruppen offen genug und identitätsstiftend ist.

Offen im Denken. So heißt das neue, das erste Claim (Motto) der UDE. Um es zu finden, hat man 3.000 Studenten befragt, 4 Workshops durchgeführt. Kaum veröffentlicht, war es schon belächelt. Wer die UDE kennt, weiß warum. An anderen Hochschulen wäre es vermutlich nicht anders.

Aber nützt es denn? Wenn man einen fremdenfeindlichen Professor vor sich hat, spricht man dann diese Losung, und er ist rubbeldiekatz offen im Denken? Wenn Investitionen aufgrund von Kurzsichtigkeit kategorisch abgelehnt werden, anstatt

[t]radierte Pfade zu verlassen und neue Lösungen oder Wege zu bieten,

oder wenigsten zu suchen, beruft man sich dann auf diesen Leitgedanken?

Will man damit einen Beitrag zur Konstruktion der sozialen Wirklichkeit leisten? Funktioniert das denn? Wenn man es noch nicht einmal schafft, einen einheitlichen Web-Auftritt hinzulegen.

Noch so ’ne Sache:

Mitten im Pott, nah an den Menschen[,]

heißt es im Markenhandbuch der UDE als Beweis. Was ist denn das, bitte, für ein Beweis! Erstens ist Wanne-Eickel mitten im Pott, und zweitens sind die Menschen ganz schnell ganz weit weg, zum Beispiel in Wanne-Eickel, sobald die Zeit am Gerät erfasst oder der halbe Tag zum Feiern freigegeben wurde. Man ist ja offen im Denken, und da denkt man sich halt, dass man ja auch in Wanne-Eickel feiern kann, wenn man schon mal frei hat.

Dieser Wahlspruch ist offen, ja , aber er ist zu offen, so offen, dass er nicht identitätsstiftend sein kann. Es ist nicht die Wolke, die leitet. Der Wind leitet die Wolke, und Schmetterlingsflügel machen Wind.

Wenn man sich die Startseite anguckt, sieht man noch einen anderen Satz, es ist ein alter Satz:

Wissenschaft an Rhein und Ruhr

steht dort geschrieben. Studenten wie Forscher sind angehalten, wissenschaftlich zu arbeiten. Sie machen das am Rhein und an der Ruhr. Ideen anne und inne Bude schaffen Wissen.

Es bedarf mehr, als 4 Workshops und 1 Kommunikationsagentur!

‚Offen im Denken‘ funktioniert nur, wenn man die ‚Dynamik‘ auch zulässt, und nicht etwa eine Moderation zur Schau veranstaltet, damit man am Ende behaupten kann, man hätte doch den Dialog geführt. Ein stetiger Diskurs ist notwendig, und ihm müssen fortlaufend Taten folgen.

Übrigens: Initiative für Nachhaltigkeit und weitblick sind die Bezeichnungen zweier IDE-Mitglieder.

____________________

Der Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s